Wozu eigentlich Müll trennen? | Umwelt

Müll trennen

„Das gehört eigentlich hier rein, aber wahrscheinlich wird am Ende eh alles einfach zusammengeschmissen und verbrannt. Also, egal.“

Ein Satz, den ich immer wieder höre, und teilweise leider selber von mir gebe, wenn ich mir nicht sicher bin, wie etwas richtig zu entsorgen ist. Ich muss zugeben, dass ich da immer wieder Zweifel habe an der Art unserer Müllentsorgung allgemein. Aber ich habe mich mal informiert, und wenn man alles richtig macht, müsste es eigentlich ganz gut funktionieren. Denn ja, richtiges Entsorgen kann Ressourcen und Energie sparen und die Umwelt schonen! Es wird sogar relativ viel recycelt!

Note: In Wien kommen pro Jahr 350.000 Tonnen Altstoffe zusammen. Kann man sich gar nicht vorstellen, oder? In der Landeshauptstadt landen außerdem nur 8% Falschstoffe im Gelben Sack. (Der Österreich-Schnitt liegt bei 19%)

Hier eine kleine Übersicht:


Papier und Glas

Von Papier und Glasmüll können laut „Greenpeace Magazin“ etwas über 80 Prozent recycelt werden! Der Sinn, das richtig zu machen, ist also durchaus gegeben.

Man kann Altpapier bis zu fünf Mal wieder verwerten. Mit Glas funktioniert das sogar beliebig oft– es kann unzählige Male wiederverwendet werden, weil es einfach und ohne Qualitätsverlust eingeschmolzen werden kann. Deswegen bevorzuge ich Glas immer vor Plastik, selbst, wenn der Energieverlust durch die Herstellung größer ist, wenn man es nur einmal verwendet. Aber warum noch mehr gegen Plastik spricht, folgt gleich …

Müll trennen
Die leeren Behälter der Flaschenpost, die ich regelmäßig auf meine einsame Insel bekomme- man ist nirgendwo wirklich alleine!

Biomüll

Auch den Biomüll zu sammeln lohnt sich! Mit Überraschung musste ich in dem Artikel von Greenpeace lesen, dass nur etwa 50% der deutschen Haushalte einen Biomüll besitzen. Kannst du das unterstreichen? Wenn du keinen Biomüll hast- warum nicht?

Beim Kompostieren entsteht Methangas, das zur Energiegewinnung verwendet wird. Noch cooler: Lässt man den Müll komplett kompostieren entsteht daraus Torf. In einigen Müllanlagen in Wien kann man sich bei jedem Besuch gratis Torf mitnehmen. Wunderbare Idee, oder? Noch dazu schützt man so Moore, die nur für Torf komplett trockengelegt und abgetötet werden.

Metall

Das Verwerten von Metallmüll ist auch kein Problem.

In Österreich wird das Metall getrennt vom gelben Sack entsorgt. Das kann eingeschmolzen, recycelt und wiederverwertet oder verkauft werden. In Deutschland kann es ganz leicht mit Magneten aus dem „Gelben Müll“ gefiltert werden. Hier hilft übrigens das Abtrennen von Aludeckeln von Plastikbechern und Ähnliches.

 Das Problem mit dem Plastikmüll

In den „Gelben Sack“ gehören Leichtverpackungen wie Joghurtbecher, Tetrapaks und Konserven. Ein heilloses Durcheinander also.

So, hier das Sorgenkind: Kunststoffe können nur sehr schwierig getrennt werden, da es so viele unterschiedliche gibt, die alle unterschiedlichen Aufbereitungsverfahren zugeführt werden müssen. 2005 wurden laut dem Greenpeace Magazin 63% der Kunststoffe in Deutschland werkstofflich recycelt und zu neuen Produkten verarbeitet.

17% wurden rohstofflich recycelt– also in ihre Bestandteile Öl und Gas zerlegt.

20% wurden verbrannt.

Die Daten dürften aktuell ein wenig anders aussehen, aber für einen grundlegenden Überblick und ein Gefühl für die Müllverwertung wollte ich sie dir trotzdem nicht vorenthalten.

Restmüll

Die große, pubertierende Schwester des Plastikmülls.

Kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Großteil des Restmülls verbrannt wird. Der andere Teil wird aufgewertet und zur Energiegewinnung genutzt. Das ist aber anscheinend weder günstiger noch umweltverträglicher, als die Verbrennung.

Fazit zum Müll Trennen

Es macht Sinn, Müll richtig zu trennen. Es ist ein Mythos, dass der ganze Müll zusammengeworfen und einfach verbrannt wird. Sollte es mal so aussehen, als würde ein Müllfahrzeug verschiedenen Müll zusammenschmeißen- die Fahrzeuge haben innen verschiedene Behälter.

Worauf du achten kannst ist auch einfach: Richtig Trennen erspart viel Geld und Ressourcen. Wie du siehst lohnt es sich vor allem, beim Papier und Glas genau zu sein. Und je weniger im Restmüll landet, das in einem anderen Müll eigentlich hätte wiederverwertet werden können, desto besser!

Weiterführend:

Hier möchte ich euch nur ein paar meiner liebsten Blogs vorstellen, die sich mit dem Thema „Zero Waste“ beschäftigen. Was das ist, und was es bringt, wird schnell ersichtlich. 🙂

Jenni von Mehr Als Grünzeug schreibt allgemein sehr gut recherchierte Artikel

Madeleine von dariadaria dürfte den meisten was sagen.

Tanja von Blattgrün hat ein wunderbares ABC über Zero Waste veröffentlicht, das den gesamten Sachverhalt vermutlich am besten erklärt.


Quellenangaben:
https://www.greenpeace-magazin.de/der-muell-und-die-mythen
https://www.greenpeace-magazin.de/nachrichtenarchiv/was-mit-dem-muell-aus-der-gelben-tonne-geschieht
https://www.wien.gv.at/umwelt/ma48/beratung/muelltrennung/kampagne2015.html
https://www.wien.gv.at/umwelt/ma48/beratung/muelltrennung/metall.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Deponie

6 comments

  1. Hallo Laurel,

    wieder mal ein super Artikel! Ich find das immer Klasse wie du die wichtigen Fakten in so ein kurzen passenden Text verpackst! Gefällt mir sehr!

    Ich muss ehrlich zugeben das ich das bis jetzt auch immer geglaubt habe das einfach der Großteil irgendwie zusammen, und dann ab weg damit in eine Verbrennung, getan wird.
    Den Biomüll(den ich habe, und auch mit einer Altpapiertüte anstatt einer Plastiktüte ;)) habe ich schon immer getrennt weil der kam ja irgendwie auf die Deponie. Das sogar 50% der deutschen Haushalte kein Biomüll besitzen schockiert mich aber grade etwas, das hätte ich niemals gedacht!

    Da werde ich dann jetz aber doch mal mehr darauf achten, alles genau richtig zu sortieren, die 2 Schritte mehr zum anderen Mülleimer mache ich dann auch gern für die Umwelt!

    Gruß
    Alexander

    1. Freut mich sehr, dass dir der Text gefallen hat! Danke! 😀
      Ja, ich habe da einige echt interessante Sachen rausgefunden! Ich werde auch noch besser darauf achten, und jetzt mit dem Wissen, wie welcher Müll entsorgt wird, ist das auch irgendwie einfach finde ich. Trotzdem schade, wieviel von unserem Müll einfach noch verbrannt werden muss, was niemand wirklich etwas bringt.
      Liebe Grüße!

  2. Informativer Artikel und wirklich interessant. Auch ich habe bei vielen Dingen immer gedacht, ach, dass wird eh zusammen geschmissen und verbrannt. Papier und Glas habe ich aber beispielsweise immer getrennt. Ich lebe aber in einem einen-Person-Haushalt und sehe es manchmal nicht ein, z.B. für einen gegessenen Apfel einen neuen Müllsack zu öffnen, wenn ich am nächsten Tag für längere Zeit wegfahre. In solchen Fällen kommt es dann einfach mit in den Restmüll. Mir ist klar, dass es nicht optimal ist, allerdings denke ich, dass sich dieses umfangreiche Müll trennen eher für größere Haushalte lohnt. Für mich als eine Person empfinde ich es häufig nicht als sinnvoll. Wem ist denn geholfen, wenn ich für einen Apfel einen neuen Müllsack benutze, diesen anschließend wegschmeiße und somit nur weiteren unnötigen Müll (nämlich den Müllsack) produziere?

    1. Hey!
      Freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat!
      Du hast da einige sehr gute Punkte angesprochen. Gerade das Beispiel mit dem Apfel ist sehr realitätsnah. Wenn du auch noch in der Stadt wohnst, und keinen Wald hinter dem Haus hast, sehe ich das auch eigentlich als die beste Lösung. Dem Restmüll tut es eh nichts, der wird mit Apfel verbrannt, aber man hätte eben den Apfel sinnvoller entsorgen können.
      Man könnte ihn halt in dem Fall direkt in die große Biotonne werfen, so etwas müsste es für jeden Wohnblock/jedes Haus geben. Zumindest war das an meinen Wohnorten bisher immer so.

  3. Hallo Laurel!

    Ich schließe mich den Anderen an – ein sehr informativer Artikel, der noch einmal schön in den Fokus rückt, warum Mülltrennung kein Hobby, sondern Pflicht sein sollte.
    Es ist natürlich einigermaßen schade, dass die Recycling-Quoten beim Plastik nach wie vor so gering sind – aber gerade das sollte uns ermuntern, auf nachhaltigere Alternativen wie Glas oder komplett abbaubare Stoffe (kein Bioplastik!) umzusteigen, die entweder beliebig oft verwendet werden können oder sich restlos zersetzen, bevor die Verpackung in der Müllsortierungsanlage landet.

    Danke dir übrigens ganz herzlich für die liebe Verlinkung – ich freue mich sehr, dass es dir bei mir so gut gefällt! 🙂

    Liebe Grüße und hab‘ ein schönes Restwochenende!
    Jenni

    1. Hallo Jenni!
      Danke für deinen Kommentar, kann den nur unterschreiben. Ich habe mich auch noch mal in meiner Abneigung Plastik gegenüber bestätigt gefühlt. 🙂 Selbst, wenn- bezüglich ökologischer Fußabdruck- bei der Einmalverwendung der Materialien Plastik/Glas das Plastik besser wegkommt, ist es das einfach nicht wert. Ist natürlich nur meine Ansicht. Aber ich denke, dass Plastik im Endeffekt, in der Verwertung, viel umweltschädlicher ist.

      Ja, gerne! Ich lese wirklich sehr gerne auf deinem Blog und finde deinen Stil herrlich. 🙂
      Dir auch noch einen schönen Sonntag!
      Liebe Grüße,
      Laurel

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