Blogger Ehrlichkeit | Warum Transparenz und Ehrlichkeit die Zukunft deines Blogs sind

blogger affiliate links

.
Ich liege gemütlich am Sofa und bin gerade dabei, mir einen spannenden Blogbeitrag durchzulesen und mir Tipps für die besten Rasierapparate zu holen. Eigentlich nur aus Interesse, aber vielleicht finde ich ja auch wirklich einen, den ich mal brauchen könnte!

Zum Glück sind die Websites zu allen Geräten verlinkt und so sehe ich mir einen nach dem anderen an. Aber plötzlich- ich muss die Stirn runzeln- fällt mein Blick auf die Adressleiste. Seltsam, bevor man auf die richtige Website kommt, wird noch ein anderer Pfad gewählt, ganz kurz blitzt ein anderer Link auf. Ich überprüfe, ob es eine Anmerkung am Ende des Beitrags oder irgendwo sonst gibt – Fehlanzeige. Ein wenig ärgere ich mich; schon wieder auf einen Affiliate-Link geklickt, ohne, dass ich irgendetwas davon wissen konnte. Ich finde den Blog zwar eigentlich cool, aber jetzt wird jedes Mal, wenn ich hier bin, ein kleines, unangenehmes Gefühl bleiben. Ein bisschen so, als wäre ich verarscht worden.

ehrlichkeit blogger

Was machen Affiliate-Links?

Obiges Szenario ist mir schon unzählige Male passiert. Und weißt du was? Es ist ja gar nicht so schlimm. Mir wird nichts getan, wenn ich von einem Affiliate-Link mal nichts weiß, ich verliere nichts und werde eigentlich auch nicht wirklich verarscht. Um aber mit dir zusammen richtig auf das Thema eingehen zu können, folgt eine kurze Erklärung über die Funktionsweise von Affiliate-Links … (Es geht hier überhaupt nicht um die gesetzliche Lage zu dem Thema, sondern rein um die persönliche Auffassung und Erfahrung.)

Als „Influencer“ mit einer gewissen Reichweite stellt sich meist irgendwann die Frage nach einem kleinen Nebenverdienst, ein wenig Taschengeld oder auch mehr, wenn es richtig gut läuft. Eine gute Möglichkeit dafür können Affiliate-Links sein: Ich werde als Blogger Partner eines Unternehmens, kann gewisse Links von diesem auf meinem Blog „vermarkten“, verbreiten und anpreisen, und bekomme dann, falls jemand über diesen Link auf die Unternehmensseite geht und etwas kauft, eine Provision. Ich bekomme also ein wenig Geld dafür, dass ich potenzielle Kunden finde. Soweit in Ordnung. Im Idealfall passiert das nicht zu oft, bleibt immer passend zum Blog und auch authentisch. Ich könnte hier alles mit Links zu Elektronik-Gadgets oder Online-Dienstleistungen zukleistern- wäre nur nicht glaubhaft, ganz abgesehen davon, dass ich mir ziemlich falsch und blöd vorkommen würde. Aber wie auch immer, das ist auch noch nicht das, worum es hier geht. Wie authentisch jemand sein will, kann er/sie ja selbst entscheiden.

blogger transparenzNein, mich beginnt es an dem Punkt zu nerven, wo diese Links (oder auch andere Kooperationen) in keinster Weise gekennzeichnet sind. Als Leser hast du oft keine Ahnung davon, dass diese Links Cookies in deinen Browser setzen, die bis zu zwei Monate (manchmal sogar länger, glaube ich) dort bleiben, und dass der Blogger dafür eventuell Geld bekommt. Solltest du also über einen Affiliate-Link auf Netflix gehen, aber erst zwei Wochen später einen Account anlegen, bekommt der Influencer mit dem Link noch immer seine Provision.

Huhu, ich mache eigentlich Werbung, aber psst …

Immer, wenn ich durch Zufall nicht gekennzeichnete Links oder Kooperationen entdecke, frage ich mich, wieso es keine Bemerkung gibt. Es reicht ja ein kurzer Hinweis am Ende der Seite, auch für mehrere Links. Viele scheinen es nicht für nötig zu halten, ihre Leserschaft darauf aufmerksam zu machen, dass ihr hier faktisch etwas verkauft wird, beziehungsweise, dass die Meinung beeinflusst sein könnte. Genau das sollten sie aber tun, wenn sie auf lange Sicht eine Person sein wollen, mit der sich die Leser gerne identifizieren.

Das Vertrauen geht flöten

Denn sonst geht einfach irgendwann das Vertrauen in dich als Bloggerin verloren. Wenn immer wieder Dinge nicht gekennzeichnet sind, weiß ich nie, ob dich gerade ein Unternehmen dafür bezahlt, oder nicht. Ich kann gar nicht wissen, wieviel von dir persönlich ist und was davon eventuell beeinflusst wurde. (Obwohl man sich als vertrauensvoller Blogger eigentlich nie beeinflussen lassen sollte.)

Was Transparenz verändert?

Nun, das Wissen um eine Zusammenarbeit mit einem Unternehmen oder um einen Affiliate-Link verändert als Leser bereits meine Herangehensweise an einen und die Rezeption eines Artikel. Bei einer Aufzählung von vielen Links, beispielsweise zu vielen verschiedenen Rasierern, kann ich mir zumindest denken, dass ein gewisser finanzieller Gedanke mit im Vordergrund bei der Erstellung des Textes stand. Sehen kannst du das beispielsweise in der Beschreibungsbox unter den Videos vieler YouTuber, wo sie jedes einzelne Stück ihres Equipments mit Affiliate-Link hineinschreiben (ich übrigens auch). In dem Fall hat es sogar überhaupt eine reine Werbefunktion. Aber auch hier wird oft gar nicht gekennzeichnet, was ich einfach unfair finde.

Gutes Beispiel

Bei einer Kennzeichnung eines Links in einem langen, interessanten Text weiß ich im Umkehrschluss meist, dass ich der Bloggerin vertrauen kann, dass sie das genannte Produkt mit gutem Gewissen weiter empfiehlt. Wenn es beispielsweise um Mandelmilch geht und die Bloggerin ihre Maschine verlinkt, mit der sie seit Monaten selber gut Mandelmilch produziert. In so einem Fall lese ich den Beitrag voll Spannung und mit dem guten Gefühl, über alles im Bilde zu sein. Hier wird mir nichts aufgeschwatzt, ich kann selber entscheiden, ob ich das Angebot annehme und meine Bloggerin damit ein bisschen unterstütze. Und genau das ist der Punkt: Menschen wollen selbstständige, mündige Wesen sein, die ihre Entscheidungen treffen, nachdem sie sich über eine Situation im Klaren sind. Sie wollen nicht belogen oder im Dunkeln gelassen werden. Klar, manchen ist es auch völlig egal, wieviele Cookies sie ansammeln und wen sie damit unterstützen, aber in meinem Umkreis ist das die Minderheit. Und so plädiere ich für Ehrlichkeit und Transparenz als Blogger. Vor allem hat man dabei ja nichts zu verlieren.

Was habe ich als Blogger davon?

In meinem Beispiel habe ich es schon geschrieben; dieses Gefühl, so ein ganz klein wenig verarscht zu werden, das bleibt. Und irgendwann macht es mir keinen Spaß mehr, diesen Blog zu lesen, auf dem immer wieder lange Affiliate-Listen, manchmal sogar nicht gekennzeichnet, auftauchen. Diesen Blog, wo ständig jedes einzelne Kleidungsstück und wirklich jedes Produkt, das man erwähnen kann, verlinkt wird.

Willst du glaubhaft sein, dann sei auch ehrlich.

Im Gegensatz dazu bleibt man als Leser gerne auf Blogs, die ehrlich sind. Ich kann mich noch gut an einige Beiträge von dariadaria erinnern, bei denen ich ganz erstaunt war von der ganzen Ehrlichkeit. Wo wirklich immer alles erwähnt war, was irgendetwas mit Geld verdienen oder Werbung oder Beeinflussung durch Dritte zu tun hatte. Und das hat mir nicht nur ein gutes Gefühl gegeben, sondern mich auch inspiriert, selbst so gut wie möglich transparent und fair zu meinen Lesern zu sein. Ich bin gerne und immer wieder auf den Blog gegangen. Übrigens betrifft das so gut wie jedes qualitativ hochwertige Medium- auch Zeitungen oder Fernsehen. Willst du glaubhaft sein, dann sei auch ehrlich.

Es geht mir gar nicht darum, gleich jemanden auszubuhen, wenn mal vergessen wurde, auf instagram in der Story ein PR-Sample zu kennzeichnen. Kann passieren. Aber ich finde, man ist es seinen Lesern schuldig, zu erklären, wie Dinge funktionieren, die sie als Konsumierende nicht sehen können, obwohl sie davon betroffen sind.

Nachhaltig Bloggen

Und deswegen ist es das nachhaltigste überhaupt, ehrlich und transparent zu sein. Denn dann werden Leser wieder kommen, und sich auf deiner Seite sicher fühlen. Es gibt schon genug Orte im Internet, wo man nicht genau weiß, was mit einem abgezogen wird- lass deinen Blog mit gutem Beispiel voran gehen!

Auf meinem Blog bemühe ich mich, die wichtigsten Informationen immer anzugeben, sobald bei einem Text ein Unternehmen mit im Spiel ist. Du kannst aber in jedem Fall davon ausgehen, dass meine Meinung immer davon unbeeinflusst und ehrlich sein wird. Falls dir etwas unklar ist, zögere nicht, mich einfach zu fragen!

Danke an meine Lieblingsbloggerinnen

Folgend meine Lieblingsblogs, die immer besonders transparent und fair und auch noch sehr cool sind:

 mehralsgruenzeug

blattgrün

dariadaria

cookiesnstyle

julesvogel

blogger transparenz

Danke fürs Lesen, lass mir gerne deine Meinung und Kritik als Kommentar hier!

7 comments

  1. Hallo Laurel,

    ich kann dich gut verstehen – mich ärgert es auch wenn Blogger nicht transparent agieren … und wenn ich bei einem Affiliate Link gelandet bin, der nicht gekennzeichnet ist, steige ich gleich wieder aus. Soetwas mag ich nicht.

    Liebe Grüße
    Verena

    1. Hallo Verena,

      Danke für deine Meinung! Freut mich, dass ich nicht alleine bin.

      Liebe Grüße,
      Laurel

  2. Ich finde Transparenz auch sehr wichtig und seitdem ich Werbung mache bzw Affiliate Links Nutze kennzeichne ich diese auch! Ich selbst bestelle dann selbst auch viel über andere Affiliate Links weil ich mir denke wieso auch nicht! Wenn ich das Produkt so oder so will wieso sollte ich dann nicht einen anderen Blogger damit unterstützen und es über seinen Link kaufen aber wie du sagst man möchte sich auch nicht verarscht vorkommen (wobei ich es bei Links noch immer nicht so dramatisch sehen wenn er mal nicht gekennzeichnet wurde)

    Viele Grüße
    Denise

    1. Hey Denise,

      Absolut! Ich finde, wenn man den Blogger mag, kann man ihn auch gern mal absichtlich über Affiliate-Links oder so unterstützen. Ich verstehe es auch gut, wenn mal es nicht so dramatisch sieht!

      Liebe Grüße,
      Laurel

  3. Da kann ich dich sehr gut verstehen! Mir ist Transparenz auch total wichtig, zwar gar nicht unbedingt als Nutzer oder Leser, wie viele Cookies ich ansammel ist mir mehr oder weniger egal, aber als Blogger ist es mir dafür umso wichtiger! Meine Leser wissen, dass ich lediglich die Kooperationen annehme, die mir gefallen. „Werbung“ sollte deshalb definitiv nicht abschreckend wirken.
    Im Post erkläre ich dann meistens zusätzlich zu der Anmerkung am Anfang des Arikels, in welcher Form die Werbung besteht, ist es ein PR-Sample, ein bezahlter Beitrag,…
    Liebe Grüße,
    Leni 🙂
    http://www.sinnessuche.de

    1. Hey Leni,

      Oh, guter Standpunkt! Du hast Recht, mir ist es auch als Blogger selbst sehr wichtig, einfach ehrlich meiner Leser gegenüber zu sein. Wenn man das von Anfang an so hält, ist immer allen klar, worum es geht, und dass man mir vertrauen kann, keinen Blödsinn verkaufen zu wollen. Finde es gut, wenn du noch kurz genauer schreibst, worum es sich handelt, das mache ich auch oft!

      Liebe Grüße,
      Laurel

Kommentar schreiben

%d Bloggern gefällt das: