Öl, Seife, Zitrone, Naturkosmetik

Bessere Verträglichkeit und mehr Nachhaltigkeit – Gründe für Naturkosmetik

Zuerst die schlechte Nachricht: Die Natur kann nicht alles. Es gibt keine wasserfesten Wimperntuschen und Nagellacke in Bio-Qualität. Aber das Natürliche ist in im Trend. Konventionelle Unternehmen geben ihren Produkten einen “grünen” Touch und bewerben sich mit Heilkräutern, die von Idealisten in der Kräuterküche zu Kosmetikern verarbeitet werden.

 

Nicht überall, wo Naturkosmetik draufsteht, ist auch Naturkosmetik drin

Der Begriff Naturkosmetik ist nicht rechtlich geschützt. So können Kosmetikproduzenten für “Bio”-Produkte werben und den wachsenden Markt mit “natürlichen”  Produkten und übertriebenen Effizienzversprechen besetzen. Oftmals aber ist es so, dass sich kleinstmengen natürlicher Inhaltsstoffe zwischen Massenweise Chemie wiederfinden: Synthetische Farb- und Duftstoffe, Konservierungsmittel und erdölbasierte Stoffe sind die Regel.
Die Natur ist auch nicht ohne Risiken, aber die Unterschiede zu konventioneller Kosmetik liegen nicht nur im Inhalt, sondern auch darin was eben nicht enthalten ist. Gute Pflege bedeutet auch, dass keine Schadstoffe verwendet werden. Naturprodukte beziehen sich nicht so sehr auf wundersame Wirkungen, sondern auf den Einfluss natürlicher Inhaltsstoffe und eine gute Verträglichkeit. Die Tatsache, dass Naturkosmetik leicht unterschiedliche Anwendungen haben kann, muss nicht unbedingt schlecht sein. Es gibt viele Argumente dafür sich für zertifizierte Naturkosmetik zu entscheiden. Hier finden Sie die besten Naturkosmetik Produkte auf einen Blick.

 

1. Naturkosmetik und Tierversuche? Nein Danke!

Tierversuche zur Untersuchung von Kosmetikprodukten und kosmetischen Inhaltsstoffen sind verboten. Ab 2013 dürfen Kosmetika, deren Inhaltsstoffe an Tieren außerhalb der EU getestet wurden, nicht mehr in Deutschland vermarktet werden. Die gesetzliche Grauzone: Rohstoffe, die auch in anderen Produkten verwendet werden, werden an Tieren getestet. Es gibt kaum Stoffe die ausschließlich ausschließlich in der Kosmetik verwendet werden. Naturkosmetikunternehmen hingegen verwenden alternative Testmethoden.

 

2. Pflege ohne Erdöl

Leider ist das wahr: Als Alternative zu pflanzlichen Ölen enthalten viele Kosmetikprodukte Paraffin und synthetisches Glycerin zur Senkung der Kosten. Als Fettbestandteil machen Sie die Haut weich. Diese Stoffe, die in der konventionellen Kosmetik als harmlos eingestuft werden, sind in der Naturkosmetik verboten. Tenside (Schaumbilder) im Shampoo-Reiniger werden ebenfalls synthetisch aus Erdölprodukten gewonnen. Bei der Naturkosmetik basieren die natürlichen Tenside auf Zucker oder Kokosnuss, mit möglichst wenigen Verarbeitungsschritten. Natürliche Tenside sind auch gut für die Umwelt: Um Seife herzustellen, braucht man immer eine Laugenlösung. Sie wird verwendet, um die verwendeten Fette zu verseifen. Das Endprodukt ist aus rein ökologischer Sicht eines der angenehmsten Reinigungsmittel, denn die Seife – in unserem Fall sehr konventionell hergestellt – wird im Grundwasser im Gegensatz zu anderen Tensiden fast vollständig abgebaut.

 

3. volle Pflanzenkraft

Die meisten Shampoos, Spülungen und Salben enthalten Silikon. Da es wasserabweisend ist, wird es als idealer Bestandteil für Salben verwendet. Silikon macht  Lippenstifte resistent und wird als “Fugenfüller” in Anti-Falten-Cremes eingesetzt. Naturkosmetik basiert auf der Kraft von Brennnessel, Thymian, Wacholder und Co. auf Weizeneiweiß, Weidenrinde und Birkenblattextrakt, Propolis und Tee, Granatapfel oder Kamillenöl. Ohne den Zusatz von Chemikalien, die in hautfreundliche Produkte umgewandelt werden, sind die Produzenten stark von ökologischen Agrarrohstoffen abhängig. Naturkosmetik verwendet konsumierbare Öle, die eine Verbindung mit dem Körper eingehen. Nicht wie die Substanzen im Mineralöl, die wie ein Film auf der Haut liegen.

 

4. Naturkosmetik wird fair produziert

Zertifizierungsstellen dokumentieren Maßnahmen im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit ihrer Mitglieder. Naturkosmetikunternehmen wie “Tautropfen” starten weltweit Projekte zur Sicherung der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit. Zwei davon sind “Rosen statt Opium” im Iran und “Asprome” in Kolumbien. Hersteller von Naturkosmetik wie Wala, Weleda oder Logocos bauen die meisten ihrer Rohstoffe umweltfreundlich “zu Hause” an. Da es jedoch keine Standards für die Rohstoffversorgung gibt, wird es in naher Zukunft kein “Fair-Trade” Siegel für Kosmetikprodukte in Deutschland geben.

 

5. Naturkosmetik wird alternativ und ökogerecht Verpackt

Sie möchten keine Creme für 20 Euro in Rohkartons kaufen, geschweige denn als lose Ware. Aber natürlich erwarten die Verbraucher, dass die Verpackungen von Naturkosmetik umweltfreundlich sind. Viele Naturkosmetikhersteller verwenden spezielle Dosen aus Porzellan und Glas mit UV-Schutz, um die Inhalte zu schützen. Des Weitern werden die Papp- und Papierverpackungen meist von regionalen Lieferanten und aus nachhaltiger Forstwirtschaft bezogen und sind recycelbar.

 

6. in der Naturkosmetik werden keine Konservierungsstoffe eingesetzt

Synthetische Konservierungsmittel wie Formaldehyd oder Parabene garantieren eine lange Lebensdauer. Obwohl diese Kontaktallergene dafür bekannt sind, die Schleimhäute zu reizen und Krebs zu verursachen, können sie dennoch in der Kosmetik eingesetzt werden. Die Regeln der Naturkosmetik verbieten es, hier werden ätherische Öle und Alkohol als Naturschutzmittel verwendet. Naturkosmetik ist jedoch aufgrund ihrer weicheren Lagerung anfälliger für Keime. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist der Ansicht, dass die allgemeine Verwendung von Parabenen in Kosmetika nicht sinnvoll ist.

 

7. natürliche Reize

Auch die Natur ist nicht immer freundlich: Unter den Naturstoffen gibt es bestimmte allergieempfindliche Stoffe, wie z.B. ätherische Öle der Kamille oder des Teebaums. Wie auch immer, sie sind wesentlich Hautfreundlicher als chemische Stoffe. Parfümkompositionen in der Naturkosmetik sind einfach und klar definiert. Synthetische Duftstoffe sind so komplex, dass sie nicht mehr aufgeschlüsselt werden können. Naturprodukte eignen sich daher besonders für Menschen mit Allergien, die auf künstliche Inhaltsstoffe oder ätherische Öle reagieren. Darüber hinaus bietet der Markt auch viele geruchlose Produkte an. Synthetische Farbstoffe und Duftstoffe können sich im Körper ansammeln und Allergien auslösen. Blütenwasser, Pflanzenextrakte und ätherische Öle sind die Alternative. Natürliche Farbpigmente und Pflanzenextrakte werden in der Naturkosmetik verwendet. Natürliche Düfte verdunsten jedoch schnell. Viele künstliche Duftstoffe enthalten Diethylphthalat, das als Träger dient und einen dauerhafteren Duft garantiert. Diese Substanz ist in der Naturkosmetik verboten.

 

8. Ohne synthetische Verbindungen

Tagescremes sind Emulsionen, in denen Fett und Wasser durch Emulgatoren zu einer einheitlichen Masse kombiniert werden. In diesem Fall ist die Cremebasis entscheidend. In der Naturkosmetik basiert sie in der Regel auf pflanzlichem Lecithin. In der Industrie werden häufig PEG-Emulgatoren (Polyethylenglykol), welche die Haut für Fremdstoffe durchlässig machen eingesetzt.

 

9. Keine Bestrahlung

Klarer Teint? Um den Keimgehalt von Bio-Rohstoffen zu reduzieren, bestrahlen einige Kosmetikunternehmen ihre Produkte mit Radioaktivität, was zu Schäden und Veränderungen im pflanzlichen Rohmaterial führt. Bei Naturkosmetik ist die radioaktive oder ionisierende Bestrahlung von Rohstoffen verboten.

 

10. Was nicht erlaubt ist, wird auf Etiketten vorgeschrieben

Die Labels der Organisationen BDIH, Demeter, Ecocert, Natrue und Naturland bieten die beste Garantie für Kunden, die kontrollierte Naturkosmetik suchen. Das BDIH-Siegel legt Mindestanforderungen fest und ist kein Bio-Siegel. Die weltweit gültige Marke Cosmos Organic ist ein Indikator für Naturkosmetik, für die die grundlegenden Anforderungen gelten. Übersteigt der Anteil der pflanzlichen Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau 95%, wird das Label “Cosmos Organic” vergeben.

Seit Januar 2013 dürfen in Naturkosmetikläden und Bio-Supermärkten nur noch zertifizierte Naturkosmetik angeboten werden.